Lüftungskonzept

© Hellen Sergeyeva - Fotolia.com

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Die EnEV fordert in § 6 für zu errichtende Wohngebäude eine luftundurchlässige Gebäudehülle nach den anerkannten Regeln der Technik, aber gleichzeitig auch ein Mindestluftwechsel zur Einhaltung der hygienischen Luftqualität. Ein Luftaustausch in Gebäuden ist für die menschliche Gesundheit und zur Erhaltung der Bauteilbeschaffenheit dringend erforderlich.

Lüften“ bedeutet das Abführen von Feuchtigkeit und somit das Reduzieren der Schimmelgefahr als auch gezieltes Abführen von Kohlendioxid (CO2), sonstigen
Schadstoffen und Gerüchen, sowie die Erhöhung des Sauerstoffgehaltes.

Im Mai 2009 wurde die überarbeitete DIN 1946-6 (Lüftung von Wohnungen) veröffentlicht. Ab jetzt muss für jeden Neubau und bei umfangreichen Sanierungen ein genormtes Lüftungskonzept erstellt werden. Ein Lüftungskonzept nach DIN 1946 in bestehenden Wohngebäuden wird erforderlich, wenn in einem Mehrfamilienhaus mehr als 1/3 der Fenster ausgetauscht werden und in einem Einfamilienwohnhaus bei Austausch von 1/3 der Fenster bzw. mehr als 1/3 der Dachfläche neu abgedichtet werden.

Bei Neubauten ist ein Lüftungskonzept immer erforderlich, da der notwendige Mindestluftwechsel durch die dichte Gebäudehülle nicht mehr gewährleistet ist.

Die DIN 1946 definiert folgende Lüftungsarten

  • Lüftung zum Feuchteschutz: Mindestluftwechsel zur Vermeidung von Schimmelpilz
  • Reduzierte Lüftung: beinhaltet die Lüftung zum Feuchteschutz als auch die Aufrechterhaltung der Raumluftqualität bei zeitweiliger Abwesenheit der Bewohner
  • Nennlüftung: Auslegungsgrundlage zur planmäßigen Wohnnutzung
  • lntensivlüftung: besonders hoher Lüftungsbedarf durch nutzerbedingte Schadstoffe.

Ein Lüftungskonzept kann die freie Lüftung durch Fenster und Türen, die Schachtlüftung oder das ventilatorgestütztes Lüften beinhalten. Zu betrachten ist jeweils eine Nutzereinheit und nicht das gesamte Gebäude. Entscheidend hierfür ist die Geometrie der Nutzereinheit, die energetische Qualität der Aussenbauteile und die Dichtheit der Gebäudehülle.

Ist die berechnete Infiltration kleiner als der notwendige Luftvolumenstrom, so muss eine lüftungstechnische Maßnahme vorgesehen werden. Zum Schutz vor Schimmelbildung und Feuchtigkeitsschäden ist das Vermeiden von Wärmebrücken und Einhalten der Oberflächentemperaturen in Verbindung mit einer vernünftigen Raumlufttemperatur neben der minimalen Belüftung ebenso wichtig.

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