EnEV 2014

Die Bundesregierung hat am 16. Oktober 2013 die Novellierung der Energieeinsparverordnung mit den Änderungen des Bundesrats-Beschlusses vom 11. Oktober 2013 beschlossen. Die Verkündung der Änderungen erfolgte im Bundesgesetzblatt vom 21. November 2013. Die Neuerungen treten überwiegend am 1. Mai 2014 in Kraft.

Die Überarbeitung der Energieeinsparverordnung findet ihren eigentlichen Ursprung im Kyoto-Protokoll von 1997 und dem damit verbundenen Ziel der Bundesregierung, bis 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Inhaltliche Grundlage des aktuellen Beschlusses ist die EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (2010/31/EU). Eigentlich schreibt die EU-Richtlinie ein Inkrafttreten der Landesregelung bis zum 9. Januar 2013 vor. Dieser Termin konnte nicht gehalten werden. Der in Fachkreisen schon länger kursierende Begriff EnEV 2014 statt EnEV 2012, stellt sich mittlerweile als richtig heraus.

Als Nachweisverfahren sollte die DIN 4108 auch im Wohngebäude ganz von der DIN 18599 abgelöst werden. In der beschlossenen Fassung der EnEV bleibt das Nachweisverfahren der DIN 4108 mit DIN 4701-10 für Wohngebäude gültig. Mit dem sogenannten Modellgebäudeverfahren wird sogar ein vereinfachtes drittes „Nachweis“verfahren eingeführt.

Zu den wichtigsten Änderungen zählen:

  • Hausbesitzer müssen bis 2015 Öl- und Gasheizungen, die vor dem 1. Januar 1985 eingebaut wurden, gegen moderne Heizsysteme austauschen. Für viele Altanlagen gibt es Ausnahmen.
  • Verschärfung der Anforderungen an den Primärenergiebedarf von Neubauten in einer Stufe um 25 %, ab dem 1. Januar 2016.
  • Verschärfung der Anforderung im Neubau an die Mindestqualität der Gebäudehülle, um durchschnittlich 20 % ab dem 1. Januar 2016.
  • Keine Anhebung der Anforderungen bei der Sanierung von Gebäuden.
    Heizkessel, die älter als 30 Jahre sind. dürfen ab 2015 nicht mehr betrieben werden. Ausnahmeregeln betreffen eigen genutzte Wohnhäuser.
  • Verpflichtung der Bundesländer zu Stichprobenkontrollen der Energieausweise, der Einhaltung der EnEV-Neubauanforderungen und der Berichte über die Inspektion von Klimaanlagen.
  • Modellgebäudeverfahren. Zusätzliches vereinfachtes Nachweisverfahren für Wohngebäude (an enge Kriterien gebunden). Auch EnEV Easy genannt.

Die wichtigsten Änderungen zum Energieausweis sind:

  • Neuskalierung mit Angabe von Energieeffizienzklassen.
  • Vorlagepflicht bei Vermietung und Verkauf bis hin zu Pflichtangaben zur Energieeffizienz bei Immobilienanzeigen. Wenn zum Zeitpunkt der Anzeigenschaltung (gemeint sind Inserate in kommerziellen Medien gleich welcher Art) kein gültiger Energiepass vorliegt, dann müssen die Angaben gem. EnEV 2014 nicht in der Anzeige aufgeführt sein.
  • Ein gültiger Ausweis muss spätestens beim Besichtigungstermin vorliegen. Für die Einhaltung der Pflicht ist der Verkäufer oder der Vermieter verantwortlich. Bei Wohngebäuden sind diese Pflichtangaben:
    a) die Art des Energieausweises (Energiebedarfsausweis oder Energieverbrauchsausweis),
    b) den im Energieausweis genannten Endenergiebedarfs- oder Endenergieverbrauchswert für das Gebäude,
    c) die im Energieausweis genannten wesentlichen Energieträger für die Heizung des Gebäudes,
    d) das im Energieausweis genannte Baujahr und
    e) die im Energieausweis genannte Energieeffizienzklasse. Diese Angaben können abgekürzt werden, wenn diese Abkürzungen unmissverständlich sind oder wenn in der Publikation ein erklärendes Verzeichnis ist. Mögliche Abkürzungen sind
    1. Art des Energieausweises
    a) Verbrauchsausweis: V
    b) Bedarfsausweis: B
    2. Der Energiebedarfs- oder Energieverbrauchswert aus der Skala des Energieausweises in kWh/(m²a). (§ 16a Abs. 1 Nr. 2 EnEV), z.B. 227,5 kWh
    3. Der wesentliche Energieträger (§ 16a Abs. 1 Nr. 3 EnEV)
    a) Koks, Braunkohle, Steinkohle: Ko
    b) Heizöl: Öl
    c) Erdgas, Flüssiggas: Gas
    d) Fernwärme aus Heizwerk oder KWK: FW
    e) Brennholz, Holzpellets, Holzhackschnitzel: Hz
    f) Elektrische Energie (auch Wärmepumpe), Strommix: E
    4. Baujahr des Wohngebäudes (§ 16a Abs. 1 Nr. 4 EnEV) Bj., z.B. Bj 1996
    5. Energieeffizienzklasse des Wohngebäudes bei ab 1. Mai 2014 erstellten Energieausweisen A+ bis H, z.B. D. Die abgekürzten Pflichtbestandteile könnten bei Berücksichtigung aller Angaben wie nachfolgend umgesetzt werden: 123 kWh/(m²a), Fernwärme aus Heizwerk, Baujahr 1963, Energieeffizienzklasse gemäß obenstehender Tabelle V,123 kWh, FW, Bj. 1963, D

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass im Neubau auf eine moderate Anforderungserhöhung und bei Sanierungsmaßnahmen auf Anreize durch den Ausbau und Aufstockung von Fördermaßnahmen gesetzt wird.

(Quelle: Wikipedia)

Die EnEV im Überblick

§ 1 Anwendungsbereich 1
Die EnEV gilt für alle Gebäude oder Gebäudeteile, die beheizt oder gekühlt werden. Bewertet wird der Energieverbrauch durch Heizen, Kühlen, Raumlufttechnik, Beleuchtung und Warmwasser. Der Energieeinsatz infolge von Produktionsprozessen bleibt unberücksichtigt.

§ 2 Begriffe
Wohngebäude sind Gebäude zum Wohnen. Alten- und Pflegeheime sind Wohngebäude. Nichtwohngebäude sind Gebäude, die nicht zum Wohnen dienen (z.B.Bürogebäude).

§3 Anforderungen an Wohngebäude
Wohngebäude sind so auszuführen, dass der Jahresprimärenergiebedarf und der Transmissionswärmeverlust den des Referenzgebäudes nicht überschreitet. Der sommerliche Wärmeschutz nach DIN 4108 ist einzuhalten.

§ 4 Anforderungen an Nichtwohngebäuden
Der Jahresprimärenergiebedarf durch Heizen, Kühlen, Raumlufttechnik, Beleuchtung und Warmwasser darf den Wert des Referenzgebäudes nicht überschreiten. Der Höchstwert der mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) darf nach Anlage 2, Tabelle 2 nicht überschritten werden. Der sommerliche Wärmeschutz nach Anlage 2 ist einzuhalten.

§ 5 Anrechnung von Strom aus erneuerbaren Energien
Erzeugter Strom aus erneuerbaren Energie darf angerechnet werden, wenn er im räumlichem Zusammenhang erzeugt wird und überwiegend selbst genutzt wird.

§ 6 Dichtheit und Mindestluftwechsel
Gebäude müssen so ausgeführt werden, dass die Infiltration dem Stand der Technik entspricht. Werden die Anforderungen nach Anlage 4, Nummer 2 nachgewiesen, kann es in der Gesamtbilanzierung berücksichtigt werden (Blower-Door-Test). Der Mindestluftwechsel ist einzuhalten.

§ 7 Mindestwärmeschutz und Wärmebrücken
Der Mindestwärmeschutz im Hinblick aus Feuchtigkeitsprobleme und Schimmelbildung ist zwingend einzuhalten. Der Einfluss von Wärmebrücken ist auf ein definiertes Maß zu reduzieren.

§ 8 Anforderungen an kleine Gebäude und Raumzellen
Bei Gebäuden, deren Nutzungsdauer maximal 5 Jahre beträgt und Raumzellen bis 50 m2 wird der Wärmedurchgangskoeffiziente nachgewiesen.

§ 9 Änderungen, Erweiterungen und Ausbau von Gebäuden
Je nach Maßnahme ist eine Gesamtbilanzierung nach § 3 oder der Nachweis von Wärmedurchgangskoeffizienten nach Anhang 3, Tabelle 1, erforderlich.

§ 10 Nachrüsten bei Anlagen und Gebäuden
Heizkessel mit dem Baujahr 1978 müssen abgeschaltet werden. Wärmeverteilleitungen und Warmwasserleitungen sind zu dämmen. Die oberste Geschossdecke darf einen U-Wert von 0,24 W/m2K nicht überschreiten. Die Nachrüstpflicht ist der Wirtschaftlichkeit unterworfen.

§ 10a Außerbetriebnahme von elektrischen Speicherheizsystemen
Die Pflicht zur Außerbetriebnahme von elektrischen Speicherheizsystemen wird differenziert. Entscheidend ist die Größe der Heizlast, das Baujahr der Anlage, das Datum der Baugenehmigung und die Wirtschaftlichkeit. Die Außerbetriebnahme ist im Einzelfall zu prüfen.

§ 11 Aufrechterhaltung der energetischen Qualität
Die energetische Gebäudehülle darf wissentlich nicht verschlechtert werden, die Anlagentechnik ist fachkundig regelmäßig zu warten.

§ 12 Energetische Inspektion von Klimaanlagen
Eingebaute Klimaanlagen mit einer Nennleistung von mehr als 12 KW werden in vorgegebenen Zeiträumen energetisch geprüft. Die Prüfung bezieht sich auf den Wirkungsgrad und Effizienz der Anlage.

§ 13 Inbetriebnahme von Heizkesseln und sonstigen Wärmeversorgern
Heizkessel zwischen 4 und 400 KW dürfen nur aufgestellt werden, wenn sie mit dem CE- Zeichen ausgestattet sind.

§ 14 Verteilungseinrichtungen und Warmwasseranlagen
Zentralheizungen sind aussentemperaturgesteuert, sollte dies nicht sein, muss nachgerüstet werden. Wassergeführte Heizanlagen werden raumweise gesteuert. Zentralheizungen über 25 KW Nennleistung sind ausgestattet mit einer Umwälzpumpe mit regelbaren betriebsbedingtem Förderbedarf. Zirkulationspumpen sind mit selbsttätig wirkender Einrichtung zur Ein- und Ausschaltung ausgestattet. Die Wärmeabgabe von Armaturen ist begrenzt.

§ 15 Klimaanlagen und sonstige Anlagen der Raumlufttechnik
Klimaanlagen mit einer Nennleistung des Kältebedarfs von mehr als 12 KW und einem Volumen über 4000 m“/h unterliegen dem Grenzwert der Kategorie SFP 4 nach. DIN EN 13779, bezogen auf die elektrische Leistung des Ventilators. Die Be- und Entfeuchtung wird durch eine selbsttätig wirkende Regeleinrichtung gesteuert.

§ 16 bis § 21 Ausstellen von Energieausweisen
Die Paragrafen §16 – 21 regeln das Ausstellen von Energieausweisen.

 

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