Akustik in Büroräumen

Die Raumakustik in Büroräumen ist seit jeher ein Thema, welches zu diversen Diskussionen führt. Obgleich für die Raumakustik keine baurechtlichen Anforderungen existieren und somit dem Bauantrag keine raumakustische Planung hinzugefügt werden muss, ist das Thema der raumakustischen Planung von Büroräumen mittlerweile nicht mehr wegzudenken.

Die Raumakustik umfasst das Verhalten von dem Schall und dessen Reflexionen, sowie den dazugehörigen Auswirkungen im Inneren eines Gebäudes. Die Kernaufgabe der Raumakustik ist, die akustischen Eigenschaften eines Raumes so zu gestalten, dass der Raumqualität seinem Bestimmungszweck möglichst nahe kommt.

In Büroräumen, direkt am Arbeitsplatz, dient die Raumakustik dazu, dass dem Arbeitgeber- und Arbeitnehmern ein optimales Arbeitsklima zur Verfügung gestellt wird. Ein angenehmes Arbeitsklima ist notwendig, damit das volle Potenzial aus jedem Arbeitnehmer geschöpft werden kann, sodass sie die maximale Leistung erbringen können. Ist die Akustik nicht auf die Büroräume angepasst, wird das negative Konsequenzen mit sich führen. Sobald der Schallpegel steigt, und er nicht strukturiert abgeleitet wird, entsteht Lärm- es wird unangenehm laut. Das führt dazu, dass sich die Anwesenden schnell gestresst fühlen, einfacher abgelenkt werden können und nicht mehr so konzentriert arbeiten, wie noch zuvor. Die Produktivität kann so schnell auf ein Rekordtief fallen. Nicht nur die Produktivität von einem Unternehmen hat unter dem Fehlen angemessener Raumakustik zu leiden, ebenfalls können Störgeräusche und Lärm die Gesundheit eines Menschen nachhaltig beeinträchtigen, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO in ihrer aktuellen Studie „Guidelines for communiy noise“ bewiesen hat. So kann es zu einer Beeinträchtigung von Sprache und Kommunikation, Schlafstörungen, kreislaufbedingten Erkrankungen etc. führen.

Daher ist es in jedem Fall ratsam die Akustik zu verbessern und ein gesundes Klima zu erzeugen. In Einzelpersonenbüros dienen die raumakustischen Maßnahmen auch der Steigerung des Komforts. Erfahrungsgemäß genügt es in diesen Räumlichkeiten einen schallabsorbierenden Teppichbelag auszulegen. Ebenso kann es als besonders wichtig erachtet werden, dass in Einzelpersonenbüros eine gewisse Diskretion herrscht, sodass einzelne Räume schalltechnisch nach außen hin abgeschirmt werden sollen. Hier können Richtwerte der DIN 4109 genutzt werden.

Auch in Zweipersonenbüros mit üblicher Bürotätigkeit können raumakustische Maßnahmen angebracht sein. In diesem Fall besteht nicht nur die Möglichkeit einen schallabsorbierenden Teppichbelag anzubringen, sondern auch Wandschränke können mit absorbierenden Oberflächen präpariert werden. Weitere Maßnahmen können in Abhängigkeit des Tätigkeitprofils geplant werden. Durch kontinuierliche Telefonate oder durch stattfindende parallele Konversationen kann der Geräuschpegel bewusst hoch sein.

Besonders wichtig und beinahe zwingend erforderlich sind Raumakustische Maßnahmen in Mehrpersonen- und Großraumbüros. In diesen reichen kleinere Maßnahmen nicht mehr aus, benötigt werden vollflächig hochabsorbierende Decken, sowie, falls nötig, Wände mit entsprechendem absorbierendem Belag. Ebenfalls können großzügig dimensionierte Stellwände um die Arbeitsplätze herum Abhilfe leisten.

Die erforderlichen Größen der Flächen kann anhand der vorhandenen Raumgeometrie und der Absorptionsgrade der vorhandenen Bauteile berechnet werden.

Autorin:

Sigrid Löwenberg, Dipl.-Ing.
Staatlich anerkannte Sachverständige für Schall- und Wärmeschutz, IK Bau NRW
Fachplanerin für Energieeffizienz, Öko-Zentrum NRW
Energieberaterin für Baudenkmale und erhaltenswerte Bausubstanz, WTA Darmstadt
KFW Energieexperte

 

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